Gliederung Inhaltsangabe Beispiel Essay

Inhaltsangabe schreiben: Aufbau und Beispiele für die perfekte Zusammenfassung

Jeder, der einmal zur Schule gegangen ist, musste mit Sicherheit schonmal eine Inhaltsangabe schreiben. Doch die wenigsten wissen tatsächlich, was genau in eine gute Inhaltsangabe gehört und wie sie geschrieben wird. Wie du zu deiner perfekter Inhaltsangabe kommt und welche logischen Schritte du dabei beachten solltest, erklären wir im Folgenden.

Inhaltsangaben gehören zum kleinen Einmaleins des Schreibens. Nicht nur in der Schule, sondern auch in der Arbeitswelt kommt es oft vor, dass du bestimmte Texte zusammenfassen musst, zum Beispiel eine Studie, ein Buch oder einen Film. Damit der Leser auch alles versteht, sollte jede Inhaltsangabe aus drei klaren Teilen bestehen. Das sind Einleitung, Hauptteil und Schluss. Als Beispiel dient uns eine Inhaltsangabe zu „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe. Ein Klassiker, der in vielen Schulen noch heute gelesen wird.

Die Vorarbeit zum Schreiben

Inhaltsangabe: Vorige Markierungen und Notizen erleichtern das Schreiben

Damit du dir im Schreibprozess viel Arbeit ersparst, ist es wichtig, dass du eine gute Vorarbeit leistest, um dann beim Schreiben schneller voran zu kommen. Außerdem bringt es deinem Text eine übersichtliche Struktur, wenn du dich im Vorfeld gut organisiert hast und einen geordneten Überblick  hast.

Lies den Text mehrmals

Lies den Text mehrmals durch. Das schafft ein besseres Verständnis der Materie, und oft wird beim mehrmaligen Lesen der ein oder andere Zusammenhang viel deutlicher. Das liegt daran, dass du beim zweiten oder dritten Lesen deine Aufmerksamkeit auf ganz andere Dinge richten kannst als beim ersten Mal, da du ja jetzt schon weißt worum es geht.

Beantworte dir die klassischen W-Fragen

Um eine erste Struktur zu schaffen,  kannst du dir beim zweiten Lesen die klassischen sechs W-Fragen (Wer/Was/Wie/Wann/Wo/Warum) beantworten. Das sind je nach Textart andere, aber immer eine gute Orientierungshilfe. Bei einem Roman zum Beispiel wären das Fragen wie: Wer sind die Protagonist? Wo findet die Handlung statt? Wann spielt die Geschichte? Was genau wird erzählt? Bei einem wissenschaftlichen Text oder einer Studie wären diese Fragen anders zu formulieren. Denn dort gibt es zum Beispiel keine Handlung, die beschrieben werden soll, sondern nur ein bestimmtes Fachgebiet oder Thema.

Unterstreiche wichtige Begriffe und Namen

In jedem Text gibt es verschiedene Personen, also Namen oder Schlüsselbegriffe, die wichtig und damit ganz zentral für den Text sind. Markiere dir diese Dinge sehr gut. So kannst du nicht nur schneller wichtige Szenen oder Themenfelder finden, sondern bekommst auch ein besseres Verständnis dafür, wie der Text aufgebaut ist.

Sinnabschnitte und Zwischenüberschriften

Als weiteren Schritt und zur besseren Übersicht kannst du den Text jetzt noch in Sinnabschnitte aufteilen, denen du auch noch bestimmte Überschriften geben kannst. Das ermöglicht einen schnellen Rückgriff auf wichtige Textpassagen und eine erste Struktur für die jetzt folgende Inhaltsangabe.

Checkliste:

  • Habe ich den Text mehr als ein Mal gelesen?
  • Habe ich alle W-Fragen beantwortet?
  • Habe ich wichtige Namen und Schlüsselbegriffe unterstrichen?
  • Habe ich den Text in logische Sinnabschnitte aufgeteilt und ihnen Zwischenüberschriften gegeben?

Die Inhaltsangabe

Jetzt beginnt die dreiteilige Arbeit an deiner Inhaltsangabe. Vorweg noch zwei sehr wichtige Punkte. Erstens: Inhaltsangaben werden immer im Präsens geschrieben. Zweitens: Verwendet kurze und klare Sätze. So ist dein Text am besten verständliche und für den Leser gut zugänglich.

Die Einleitung

Jede Einleitung einer Inhaltsangabe verfährt nach dem gleichen Prinzip. In der Regel sind das ein bis zwei Sätze. Die sagen sehr genau und direkt, um was es in dem Text geht, wer die Hauptprotagonisten sind, welche Handlung die Geschichte hat und wo sie stattfindet. Im Prinzip verwendest du jetzt die oben bereits erwähnten klassischen W-Fragen, um eine gute Einleitung zu schreiben. Mit anderen Worten gehört in eine  Einleitung der Titel und Name des Autors, die Textart (Roman, Drama, Studie) und das Erscheinungsjahr mit Ort und Zeit der Handlung, wenn es sich um einen Prosatext handelt.

Ein Beispiel für den Einstieg:

Der Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr  1774 ist in Briefform verfasst und eine tragische Liebesgeschichte. Hauptprotagonist ist Werther, ein junger Mann, der sich in eine bereits verlobte junge Frau namens Lotte verliebt. Im Lauf der Zeit verliert sich Werther in dieser wenig aussichtsreichen  Liebesgeschichte und begeht am Ende Selbstmord.

Checkliste:

  • Habe ich alle W-Fragen beantwortet?
  • Habe ich den Inhalt kurz und knapp wiedergeben?
  • Sind alle wichtigen Informationen enthalten?

Der Hauptteil der Inhaltsangabe

Der Hauptteil ist der längste Teil der Inhaltsangabe und verlangt von dir die größte Selbstleistung.  Hier beschreibst du mit eigenen Worten, was genau in der Geschichte oder dem Text vorkommt. Vermeide dabei Zitate und die Verwendung von Umgangssprache. Achte außerdem darauf, dass du bei der Wiedergabe des Inhalts chronologisch vorgehst.

Präsens

Wie schon oben erwähnt, solltest du deine Inhaltsangabe im Präsens schreiben. Diese Regel gilt universell und ermöglicht dem Leser einen einfachen Zugang zum Inhalt. Im Präsens geschriebene Texte können viel leichter gelesen werden.

Beispiel:

Richtig: Hauptprotagonist ist Werther, ein junger Mann, der sich in eine bereits verlobte junge Frau namens Lotte verliebt.

Falsch: Hauptprotagonist war Werther, ein junger Mann, der sich in eine bereits verlobte junge Frau namens Lotte verliebt hatte.

Indirekte Rede

Direkte Rede hat in einer Inhaltsangabe nichts verloren. Deswegen formuliere immer um, wenn du einen Dialog in deinem Text verwenden möchtest.

Beispiel:

Richtig: Zu Beginn des Briefromans schreibt Werther an seinen besten Freund, dass er froh ist, weg zu sein.

Falsch: Zu Beginn des Briefromans schreibt Werther: „Wie froh bin ich, dass ich weg bin?“

Checkliste:

  • Habe ich alles im Präsens geschrieben?
  • Habe ich indirekte Rede anstatt direkte Rede verwendet?
  • Habe ich Zitate und Umgangssprache vermieden?

Der Schluss der Inhaltsangabe

Der Schluss einer Inhaltsangabe ist in der Regel optional. Manchmal allerdings wird er explizit verlangt und sollte dann natürlich nicht vergessen werden. Der Schlussteil ermöglicht es dem Autor der Inhaltsangabe, noch eine persönliche Note oder Wertung einzuarbeiten. Das können eigene Meinungen  zur Intention des Autors oder eine Rezension des Inhaltes sein. Dieser Teil sollte aber nur kurz sein und nicht  mehr als drei bis vier Sätze haben. Wichtig ist, dass hier deutlich gemacht wird, dass es die Ansichten des Verfassers der Inhaltsangabe sind und sich so von der sachlichen Form der vorherigen Zusammenfassung abhebt.

Checkliste:

  • Habe ich meine eigene Meinung wiedergeben?
  • Wird dem Leser klar, dass es sich um meine Meinung handelt?
  • Ist der Teil nicht zu lang?

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Inhalt

Essay schreiben

Der Begriff Essay geht auf das mittellateinische Wort exagium zurück, was übersetzt etwa soviel bedeutet wie Probe oder Versuch. Diese Übersetzung gibt dabei recht gut wieder, um was es sich bei einem Essay handelt. Ein Essay ist eine Abhandlung, bei der die Auseinandersetzung des Autors mit dem jeweiligen Thema im Vordergrund steht.

Fragestellung und Perspektiven

Dabei kennzeichnet sich ein Essay durch die experimentelle Art, mit der sich der Autor der Fragestellung nähert, beispielsweise indem er sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Entscheidend sind dabei aber nicht die eigentlichen Überlegungen, sondern vielmehr deren Entwicklung, an der der Autor den Leser teilhaben lässt.

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass ein Essay der Versuch ist, sich kritisch, diskutierend, vergleichend, begründend und prüfend mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen. In Schulen lernen Schüler eher selten, wie ein Essay geschrieben wird.

Dies mag daran liegen, dass ein Essay sehr subjektiv und damit nur schwer mit anderen Arbeiten zu vergleichen ist. Hinzu kommt, dass sich ein Essay durch einen eher geringen Umfang auszeichnet und im Unterschied zu einer Hausarbeit üblicherweise nur etwa fünf bis zehn Seiten umfasst. Im Studium und auch bei einigen Ausbildungen hingegen können durchaus Essays gefordert werden.

Anleitung und Tipps um ein Essay zu schreiben

Spätestens dann stellt sich die Frage, wie ein Essay geschrieben wird, welche Tipps dabei gelten und ob es nicht eine Art allgemeingültige Essay schreiben Anleitung gibt. Wie für nahezu jede Schreibarbeit gibt es natürlich auch für ein Essay eine Anleitung im Sinne eines Leitfadens.

Da die Anleitung aber lediglich daraus besteht, dass sich ein Essay in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil gliedert, ist vermutlich hilfreicher, zuerst aufzuzeigen, worauf es beim Schreiben eines Essays ankommt.

Bei einem Essay handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit.

Aber im Unterschied zu einer klassischen wissenschaftlichen Arbeit muss ein Essay stilistisch nicht streng wissenschaftlich klingen. Das bedeutet, der Autor muss einen Mittelweg finden zwischen einer aufgeblähten, gestelzten, umständlichen Wissenschaftssprache und einem lockeren, umgangssprachlichen Ton.

Wichtig ist also, dass der Autor in seiner eigenen, frischen und leichten Sprache schreibt, dabei aber dennoch präzise Aussagen macht. Zudem kann und sollte der Autor die Ich-Form verwenden, denn schließlich beschreibt er seine Meinung und seine Gedanken.

Die Argumentation in einem Essay muss einem roten Faden folgen.

Der begrenzte Umfang macht es zwar notwendig, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden und einzelne Details wegzulassen, aber dennoch muss die eigentliche Linie erhalten bleiben. Entscheidend ist außerdem, sich tatsächlich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Das bedeutet, Aspekte sollten nicht nur beschrieben und Argumente nicht nur aneinandergereiht werden. Es geht vielmehr darum, unterschiedliche Gedanken zu entwickeln, verschiedene Perspektiven einzunehmen, zu diskutieren, zu vergleichen, zu begründen und zu prüfen.

Formal gliedert sich ein Essay in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schlussteil.

Im Unterschied zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten ist bei einem Essay aber wichtig, dass sich die Gliederung durch den Text ergibt, also auch dann erkennbar bleibt, wenn es keine Überschriften gäbe.

Einzelne Abschnitte, Absätze und Überschriften tragen zwar zu einer übersichtlichen Optik bei, ersetzen die Strukturierung des Textes durch sprachliche Mittel jedoch nicht. Aus diesem Grund wird in einem Essay häufig auf Zwischenüberschriften verzichtet und anstelle von Überschriften werden gelegentlich nur Zahlen verwendet.

Die Einleitung hat die Aufgabe, das Interesse des Lesers an dem vorliegenden Text zu wecken. Nach einem möglichst interessanten und aussagekräftigen Einstiegssatz, der beispielsweise eine Metapher, ein Zitat oder ein Wortspiel enthalten kann, wird der Leser auf die folgende Arbeit eingestimmt.

Dazu wird die Fragestellung in eigenen Worten formuliert, zudem kann beschrieben werden, welches Phänomen erläutert wird, um welche Streitpunkte es geht, welche bestehende Meinung diskutiert wird oder welche Texte besprochen werden. Außerdem sollte der Autor den Leser auf seine eigene Haltung und die Kernaussage seines Essays hinweisen.

Im Hauptteil geht es dann um Thesen, Beispiele und die eigene Argumentation. Wichtig dabei ist, sich nicht zu sehr mit Einzelheiten zu beschäftigen, sondern die Aussagen zu verdichten, zu analysieren und mit Beispielen zu untermauern. Zitate sollten nur dann verwendet werden, wenn eine bestimmte Wortwahl sehr wichtig ist, ansonsten sollte der Autor möglichst mit seinen eigenen Worten arbeiten.

Der Schlussteil fasst die wichtigsten Punkte der Argumentation zusammen, soll dabei aber nicht einfach nur wiederholen, sondern ebenfalls verdichten. Zudem kann der Autor hier auf neue Fragen oder Denkansätze, die sich aus der Abhandlung ergeben haben, hinweisen. Abschließen kann der Autor sein Essay daneben auch mit einem interessanten Schlusssatz, der den Leser dazu anregt, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen und sich seine eigenen Gedanken dazu zu machen.  

Weiterführende Schreibanleitungen, Vorlagen und Tipps:

  • Bilderbuch schreiben
  • Erzählung schreiben
  • Memoiren schreiben
  • Jugendbuch schreiben
  • Thriller schreiben
  • Thema: Essay schreiben

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